
Dann noch in der Dämmerung zum Wald gegangen und am Eingang fast wieder umgekehrt, weil mir einfiel, dass zu dieser Tageszeit die Wildschweine besonders aktiv sind. Und ist nicht auch grade Brunftzeit für Keiler, die dann im blindwütigen Testosteronrausch durch die Gegend rasen? Ich hab nämlich seit Jahren die Zwangsvorstellung, irgendwann ganz böse von Wildschweinen attackiert zu werden. Dann fiel mir zum Glück ein, ob ich vielleicht selber die wilde Sau noch nicht genug rausgelassen habe?
Jedenfalls ging ich daraufhin weiter und begann, laut zu singen und zu beten. Nach einiger Zeit war die Angst verschwunden, und ich fühlte mich stark wie Oskar. Habe den Waldhütern ihre steinernen Mützen wieder aufgesetzt und mit den Aufräumarbeiten an Nepheles Brunnen, der Quelle am Wegrand begonnen.
Dabei ein kerzengrades Stämmchen gefunden, das nun endlich mein Ahninnenstock wird. Samhain ist zwar vorbei, aber wir befinden uns ja mitten in der dunkelsten Zeit des Jahres, in der die Stimmen der Ahninnen und Ahnen besonders deutlich zu hören sind.
Und kein Schwein ließ sich blicken.

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