
Mein Kopf hat mir gesagt, er würde gern das Thema wechseln. Er befürchtet, immer nur Wasser könnte ihm bald langweilig werden. Was soll ich da machen? Die Elemente haben dazu scheint’s ihre eigene Meinung.
Ich trete vors Haus, und da ist gleich der Bach. An dieser Stelle sicher in seinem eckig gemauerten, tiefen Bett. Im Wasser sind noch Reste der dicken Eiskruste der vergangenen Wochen zu erkennen, aber darunter und darüber rauscht es reißend und erdbraun dahin. Die kleine Insel, die wir vor Jahren unbewusst anlegten, als wir Grasschnitt aus dem Vorgarten achtlos in den Bach warfen, ist aber noch nicht landunter. Im letzten Frühling war der Wasserstand so hoch, dass nichts mehr davon zu sehen war, und die Weide, die sich auf der Insel einen Platz gesucht hatte, lag horizontal in den Fluten. Sie hat es aber überlebt, genau wie die verschiedenen Gräser und Blumen.

Vom Himmel kommt es die ganze Zeit weiß herunter, aber die Flocken haben auf der Erde keine Chance, Schnee liegt nur noch auf vereinzelten kleinen Flecken. Die laublosen Wälder blicken schwarz von den Hügeln herunter, die benadelten Bäume schwarz-grün. Im Wald rauscht ein Tauwind in den Wipfeln – ich glaube, ich schreibe gleich ein Heimatgedicht.
Im Wald ist noch mehr Schnee liegen geblieben als auf den Feldern. Er hat jetzt die Konsistenz von Champagnersorbet. Dabei fällt mir das große französische Galadiner an Silvester in Tunesien ein. Da gab es Champagnersorbet als das erste in einer Reihe von Desserts. Im deutschen Teil der Speisekarte wurde es angekündigt als EIS WASSER ZITRONEN MIT ALTER CHAMPAGNE. Vorher und nachher wurden unter anderem noch solche Köstlichkeiten wie BLUTTERTIGER und MASTER KASER serviert.

2 Kommentare:
Liebe Juansi
Deine Bilder und Beschreibungen stillen meine Winter-Sehnsucht. Ich ringe gerade mit mir, mal bei einem Thema zu bleiben und einzutauchen statt ständig von Blüte zu Blüte zu flattern.
Lieber Zugvogel,
Schmetterlinge braucht die Welt ja auch!
Herzlich Juansi
Kommentar veröffentlichen