Sonntagsmorgens strömt der größte Teil des Dorfes in der Kirche schräg gegenüber zusammen, um seinem Gott zu huldigen. Ich ströme derweil hinaus ins Freie und finde dort meine Götter. Die wunderschöne Göttin Erde ist da in ihrem weißen Winterkleid, über und über mit winzigen Regenbogenpailletten bestickt. In ihre Haare hat sie sich so weißes Glitzerzeug gestreut und sich mit ihrem luftigen hellblauen Himmelsschleier locker umhüllt. Aus jeder Ecke höre ich die Vögel ihre Morgenlieder singen, zu Ehren All-dessen-was-ist. Das da draußen ist meine Religion und Weisheitsschule zugleich.
Das Wochenende war schön und schrecklich wie das Leben eben ist. Es begann am Freitag mit einem Schlaganfall meines Vaters, der sich im Krankenhaus hoffentlich davon erholt. Wir wollen ihn noch nicht gehen lassen, sondern in zwei Wochen seinen 86sten Geburtstag mit ihm feiern, am liebsten hier zu Hause. Mein Liebster hatte gestern auch Geburtstag, Familie und Freunde kamen zusammen, und wir hatten viel Spaß. Aber eigentlich ist er krank, hat Fieber und schafft es nicht, sich ins Bett zu legen und Ruhe zu geben.
Und dann meinte unsere jüngste Tochter Anna noch, dass Loba, die kleinere der beiden Hündinnen, die immer dicker wird, möglicherweise trächtig ist. Wir waren nämlich während der Zeit ihrer Läufigkeit auf Reisen und glaubten, dass sich die Hunde an den Misthaufen unserer Nachbarn gemästet haben, denn sie sind öfters aus dem Garten ausgebrochen. Jetzt lassen wir uns überraschen, Erfahrungen haben wir jedenfalls mit Hundenachwuchs.

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