21.3.06

vergängliche Schönheit


Sah gestern eine Doku auf Arte über einen winzigen Inselstaat im südlichen Pazifik. 11000 Menschen leben dort auf einem Atoll, verteilt auf mehreren Inseln. So schöne Bilder wurden gezeigt von Wolken, Meer und Palmen und so schöne Frauen, Männer und Kinder! Ich finde Polynesier nämlich sehr schön.

Und die ganze Zeit über sprach eine weibliche Stimme dazu nur über die Gefahr der Überschwemmung für die Inseln durch den Anstieg des Meeresspiegels aufgrund der von Menschen gemachten Erderwärmung. Das ist schrecklich, und ich wünschte wirklich, es wäre anders. Dazwischen äußerte sich dann noch eine französische Forscherin sehr ernsthaft auf die gleiche Weise. Mir wurde immer banger zumute. Aber irgendwann hing mir meine eigene Betroffenheit zum Halse heraus, zumal der gesprochene Text sich nach einer Viertelstunde nur noch wiederholte. Da habe ich kurz entschlossen den Ton abgestellt, mir eine schöne Musik dazu ausgesucht und die Bilder bloß noch genossen.

Ich erlaube mir, mich an Schönheit zu erfreuen und blende dabei auch mal den drohend erhobenen Zeigefinger aus.

4 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hallo Juansi,
seit Januar habe ich gar keinen Fernseher mehr und fühle mich viel besser. Frieden und Ruhe sind bei mir eingekehrt. Eine Zeitung habe ich nämlich auch nicht. Was ich wissen will, hole ich mir aus dem Internet oder aus Büchern. Es gibt mir das Gefühl, dieser Informationsflut nicht mehr so wehrlos ausgeliefert zu sein. Beim Fernsehen weiß man ja nie was als nächstes für ein Bild kommt. Und ungesehen machen geht nicht.
Bei Deiner Beschreibung der schönen Inselwelten mußte ich aber daran denken, dass mir manchmal die Natur- und Tierfilme und "Lebenslinien" vom BR fehlen. Ist aber auszuhalten. Natur habe ich schließlich draußen. Ich weiß nicht, ob Du meine Antwort neulich gelesen hast. Darin schrieb ich von Oles Problemen mit seinen Gelenken. Ihm gehts jetzt wieder richtig gut.
Liebe Grüße
Andrea

Juansi hat gesagt…

Liebe Andea,

Deine Entscheidung bewundere ich und kann Dir nur dazu gratulieren. Ich gehöre auch nicht zu den Hartgesottenen, die schlimme Bilder und Berichte einfach wegstecken und zur Tagesordnung übergehen. Aber ein halbes Jahr war mal für mich das Längste, was ich ohne TV ausgehalten habe.

Sehe sonst selber auch gern die Natur- und Tierfilme, wenn nicht dabei bloß von Umweltproblemen und Aussterben die Rede ist. Und ich sehe gern Filme, bei denen ich richtig herzhaft ablachen kann, wie gestern Abend der bekloppte Film über den Onkel vom Mars. Wir haben teilweise Tränen gelacht. Das bin ich schon meiner Gesundheit schuldig.

Es freut mich zu hören, dass Ole wieder wohlauf ist und entbiete ihm meine besten Wünsche für sein weiteres Wohlergehen.
Herzliche Grüße Juansi

Stela hat gesagt…

Liebe Juansi,ich lebe nun seit 14 Jahren ganz ohne Fernseher (erst hatten wir keinen Empfang,dann ging er kaputt..)und bin sehr dankbar für die viele Zeit die ich nichtt verschwendete und den vielen Schwachsinn Manipulation und schlechter Energie, der ich dadurch entgehe.Mittlerweile sind sogar meine einst sehr erbosten Kinder der gleichen Meinung und schauen sich Fußball oder einen besonderen Film dann mit Freunden an.
Deine Erfahrung mit dem polynesischen Film bestätigt meine Meinung:
Da kommt ein wunderschöner Film im Fernseher aber die schlechte Energie wird sofort mitgeliefert.
Angst vor den Klimakatastrophen.
Ich glaub kein Wort von diesen ganzen Katastrophenmeldungen,wenn du mich fragst.Angst war schon immer ein prima Mittel um die Menschen zu
beherrschen.Je wissenschaftlicher,desto verdächtiger.Bei uns kam ein Riesenartikel in der Zeitung,dass
Wissenschaftler herausgefunden haben, dass sich Sonne und Erde jedes Jahr um 10cm mehr voneinander entfernen.
So ein Schwachsinn.Wie wollen die das bemessen?? Es wird uns hier ein
Spektakel vorgeführt und wir werden verarscht,das glaub ich!
also ich würde einen schönen Film das nächste mal ohne Ton anschauen...
Liebe Grüße,Stela

Juansi hat gesagt…

Liebe Stela,
der Beginn Eurer Fernsehabstinenz erinnert mich daran, wie ich mit dem Rauchen aufhörte. Dazu brauchte es zweimal eine gewaltige Bronchitis, die rauchen für ein paar Tage unmöglich machte. Und danach ging es dann auf einmal ohne.
Das Fernsehen hat sich trotz mehrmaliger Versuche damit aufzuhören immer wieder in mein Leben geschlichen.
Deine kompromisslose Einstellung den Nachrichten gegenüber finde ich bewundernswert. Ich hab da so einen kleinen Zweifler im Ohr sitzen, der fragt mich manchmal hämisch, ob ich denn nicht nur aus der "Realität" flüchten will. Dem gebe ich immer noch zuviel Macht.
Juansi auf dem Weg