
Gestern wieder mit den Heilen HeilerInnen getroffen. Am Anfang noch etwas verkopft über spirituelle Konzepte ausgetauscht, dann leiteten die Tränen einer Ärztin über ihr Unvermögen, sich selbst zu heilen, zu einem sehr teilnahmsvollen, intensiven und herzlichen Teil über.
Kurz nach Acht brachen meine Freundin und ich auf zur Heimfahrt mit dem VW Bus. Es hatte zu schneien begonnen. Auf der langen, kurvigen Landstraße fuhr direkt vor uns ein Schneeräumer. Eine seltene Gelegenheit, bei der ich mich nicht über einen Langsamfahrer vor mir ärgerte. Nach ein paar Kilometern mussten wir abbiegen, der Räumer war geradeaus weitergefahren. Die ganze Zeit über waren wir beiden Frauen in einem intensiven Gespräch über das Erlebte und Göttin und die Welt, und dann kam das steilste Stück des Weges. Die Straße lag unter einer Handbreit Schneematsch, und ich bin das erste Mal in meinem Leben an einem Berg liegen geblieben.
Wir schafften es, von der Straße runterzukommen und in einem Feldweg zu parken. Als ich den Motor ausstellte und das Licht ausmachte, war es plötzlich stockfinster um uns herum. Keine von uns hatte ihr Handy dabei, typisch! Vorbeikommende Autos konnten nicht halten, ohne zu riskieren, auch liegen zu bleiben. Also fassten wir uns unter und marschierten auf der Straße durch den hohen Matsch den langen Weg wieder zurück in das letzte Dorf, durch das wir gekommen waren. Es schneite in dichten großen Flocken, und wir waren im Nu weiß und nass. Meine Schuhe hatten ziemlich glatte Sohlen, ich rutschte die ganze Zeit nur so rum. Aber wir haben zu keiner Zeit unser intensives Gespräch unterbrochen oder unsere gute Stimmung verloren. So was geht nur mit Frauen oder mit Verliebten.
Am ersten Haus klingelten wir, niemand öffnete. Auf dem Weg zum nächsten Haus hörten wir den Schneeräumer zurückkommen, der unseren Weg frei machte. Sofort kehrten wir um und gingen zurück zum Bus. Unterwegs wurde es mir zu blöd, und ich hielt den Daumen raus. Wir witzelten noch darüber, wer sich wohl trauen würde, in der Finsternis uns beiden Grauköpfe mit den langen Röcken mitzunehmen. Aber der erste Wagen hielt, und ein nettes junges Pärchen gabelte uns auf.
Für mich war damit das Abenteuer vorbei, aber meine Freundin musste danach noch einen anderen ziemlich langen und steilen, verschneiten Berg hoch zu Fuß nach Hause gehen, weil der Bus den einfach nicht geschafft hatte.

2 Kommentare:
holla, da hat aber einer die Filter von Photoshop endeckt, cool, gell?
Alles Liebe und schönes Wochenende
der Weichzeichner
liebe Juansi,
ich habe deinen blog über ingrids seite neu entdeckt und in ihm gelesen- er ist wunderschön.
deine bilder wie deine texte haben eine ganz ursprüngliche kraft und lebensfülle, an der ich gerne teilhabe.
und jetzt lese ich weiter
karin
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