Unsere Nachbarn haben über hundert Kühe im Stall stehen. Nebenbei bemerkt das ganze Jahr über, deshalb kaufen wir unsere Milch auch nicht bei ihnen. Sie haben über den Ställen auch riesige Speicher für Getreide und Berge von Silage im Hof. Wie üblich bewohnen Heerscharen von halb verwilderten Katzen das Anwesen. Die bekommen verdünnte Milch und manchmal Schlachtabfälle, und ansonsten minimieren sie die Mäusepopulation. Anfassen lassen sie sich aber nicht, lassen Niemand näher als ein paar Meter an sich heran.Wir selber haben ja leider keine Katzen mehr. Die beiden letzten starben auf mysteriöse Weise, als wir das erste Mal Hundenachwuchs bekamen vor fünf Jahren. Bis dahin hatte ich, seit ich zwanzig war, ununterbrochen Katzen gehabt, auch zusammen mit Hunden, was immer erstaunlich unproblematisch verlief. Einmal lebte ich in einer Wohngemeinschaft mit vier Menschen und 22 Katzen.
Die kluge Luna - sie war uns an einem Montag zugelaufen - war schon während Kalis Trächtigkeit auf einem Feldweg (!) überfahren worden. Seltsamerweise kam mir damals der spontane Gedanke, dass sie Platz machen wollte für das neue Leben.
Die kleinen Welpen, unter ihnen Loba, tobten später durch den Garten, zerbissen alles, was nicht standhielt, mit ihren winzigen nadelspitzen Milchzähnen und jagten die Katzen der Nachbarn, die sich in unseren Garten gewagt hatten. Auch unser Kater Jabbah, den unser Sohn ein paar Jahre zuvor verletzt gefunden und mit nach Hause gebracht hatte, kriegte den Kampfgeist der kleinen Hunde zu spüren. Auf einmal bekam er eine seltsame Krankheit, an der er in der Tierarztpraxis starb, wo er drei Tage lang beobachtet und behandelt worden war. Ich glaube nicht an Zufälle.
Manchmal fehlen mir die Katzen, und das sag ich jetzt, wo ich grad so viele Hunde hab.

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