2.5.06

Abschied

drei Generationen auf dem Weg zu Hildes neuem Zuhause Gestern war es soweit: wir brachten Hilde zu ihrer neuen Familie. Es war gleichzeitig ihr erster Spaziergang, den sie zum größten Teil auf eigenen Füßen bewältigte. Die fühlten sich am Schluss richtig warmgelaufen an.

Angst hatte sie nur einmal vor einem lauten Rasenmäher mit Anhänger und maifeiernden Jugendlichen drauf, der uns entgegen kam. Und einmal rutschte ihr ein Beinchen in ein Kanalgitter. Das erschreckte sie so, dass sie gleich abhauen wollte, wusste aber nicht wohin und suchte dann schnell Schutz an meinem Bein. Aber nur ganz kurz. Sonst fand sie den Weg durchs Dorf sehr interessant und hatte viel zu beschnuppern.

In ihrem neuen Heim wurde sie liebevoll empfangen. Das kleine Mädchen hatte sich ihr Bett zur Nacht auf dem Sofa im Wohnzimmer gerichtet und gleich dabei ein kleines Bettchen mit molliger Decke für ihr neues Hundchen aufgestellt. Ein Wassernapf stand daneben bereit und ein Schüsselchen mit Haferflocken.

Wir schauten uns aber zunächst den großen wilden Garten an, der das Haus umgibt. Dort wird Hilde, die ab jetzt Flocke heißt (ein bisschen verwirrt mich das schon, weil Flocke ja eigentlich ihre Schwester ist), zunächst ihre Gassigänge machen und sicherlich auch viel mit den Kindern spielen. Ein Nachbarkind war auch schon hinzugekommen.

Der Abschied war kurz und schmerzlos, Hilde-Flocke war rechtschaffen müde und schlief schon beinahe auf einem Kinderarm ein. Hab ein ganz gutes Gefühl bei der Sache.


Hundemutter und Großmutter war gar keine Regung anzumerken. Wir sprachen auf dem Heimweg kurz darüber, dass ein Leben in der Natur wohl keine ausgeprägten Abschieds- und Trauerrituale zulässt. Mein Liebster meinte, das wäre möglicherweise für das eigene Überleben viel zu gefährlich.

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