20.5.06

Dreimäderlhaus

Bin immer noch melancholischer Stimmung und frage mich, darf ich mich damit öffentlich machen? Oder sollte ich mich nicht vielmehr vornehm zurückziehen, bis ich wieder gute Laune versprühen kann? In den amerikanischen Filmen sagen sie doch auch immer „ich sollte jetzt besser gehen“, wenn es emotional spannend wird.

Wir sind an diesem Wochenende unter uns, meine Mutter, meine Schwester und ich. Der Liebste unternimmt allein eine Tour, die wir eigentlich zu zweit geplant hatten, aber wegen kleinerer Misshelligkeiten bin ich lieber daheim geblieben.

Mit den beiden Frauen meiner Ursprungsfamilie habe ich nie so ein Frauengeklüngel gehabt wie die beiden untereinander. War eher die Vatertochter. Habe den größten Teil meines Lebens Frauen für ihre Einflusslosigkeit und Untertänigkeit verachtet, und somit auch mich selbst. Ist mir nicht gut bekommen. Zum Glück ändert sich das so langsam seit vielleicht fünfzehn Jahren. Zum einen von außen an mich herangetragen durch andere Frauen, die sich stark machen, zum anderen von innen her kommend durch meinen Mut, wenigstens ab und zu mal auf Normalmaß zu schrumpfen. Ich muss nicht immer stark und gut drauf sein.

War heute entspannter den je mit den Frauen, meine Fluchtreflexe verschwinden. Ein Schritt weiter auf dem Weg zu innerem Frieden?

4 Kommentare:

Vera hat gesagt…

Liebe Juansi
meine Mutter passt zwei mal im Jahr auf das Haus meiner Tante auf, wenn diese in Urlaub geht. Ich nutze das natürlich auch fast immer und fahre dann auch für eine Woche nach Föhr. Manchmal ist meine Tante dann noch ein oder zwei Tage da, weil sie ja auch ihre Schwester sehen will.
Als ich zum ersten Mal nach diesem reinen Frauenurlaub nach Hause kam, war der "Kulturschock" echt gewaltig. Ich saß bei einer Freundin und beschwerte mich über irgendwas, was meine drei "Männer" getan hatten. Daraufhin meinte eine Bekannte von ihr, sie waren bestimmt eine Zeitlang in einem reinen Frauenhaushalt, oder? Sie hatte den Nagel auf den Kopf getroffen, obwohl sie von nichts wußte. Ich habe sie, glaube ich, etwas blöd angeguckt, denn sie lachte und meinte, das, was sie da gerade beschreiben, fällt einer erst auf, wenn sie mal ganz ohne Männer war. Meine liebe Göttin, habe ich da gedacht, wie unterschiedlich sind eigentlich unsere Welten. Ich habe ja auch schon einige reine Frauengruppen besucht und Seminare mitgemacht. Auch dort, ist immer so eine ganz andere Atmosphäre. Aber vielleicht ist es echt noch mal was anderes, wenn frau mit ihren Ahninnen zusammen ist. Denn diesen inneren Frieden, spüre ich auf Föhr auch immer. Wünsche dir und egoistischer Weise auch mir, dass wir diesen inneren Frieden in Zukunft häufiger fühlen dürfen.
Ganz liebe Grüße
Vera

Juansi hat gesagt…

Liebe Vera,
dieser Frieden ist für mich eine ganz neue Erfahrung. Bin sonst immer geflohen. Von zu Hause, vor meiner Mutter und vor der engen Bindung zwischen ihr und meiner großen Schwester. Fand Frauenbeziehungen schwierig, hatte auch nie eine "Busenfreundin", obwohl ich mir oft eine gewünscht hätte. Taste mich grad heran. Muss dafür bereit sein, die "Kleine" zu sein. Keine Überheblichkeit mehr, keine Besserwisserei, bei mir bleiben.
Wünsche uns auch den Frieden, nach dem wir uns so sehnen.
Herzlichst Juansi

Anonym hat gesagt…

ein guter, gewaltiger schritt in richtung inneren frieden- und eine weitere möglichkeit des generationenflusses- diesen zu spüren und zu genießen!
gruß von Lu

Juansi hat gesagt…

Liebe Lu,
jetzt weiß ich natürlich, wer Du bist, denn diemal ging auf den Namenslinkdruckknopf Dein Ludovikablog auf, und den kenne ich ja schon ein bisschen.
Ja, Generationenfluss spüren und genießen. Da erschließt sich eine neue Welt.
Herzlichst Juansi