Du kannst nicht bei Regenwetter durch den Wald gehen, ohne Schnecken zu zertreten. Dieser Satz schoss mir plötzlich durch den Kopf, direkt nachdem es unter meiner linken Sohle leise knirschte und ich mich im Weitergehen kurz umgedreht und „’Tschuldigung“ gemurmelt hatte. Der Satz klang, als ob ihn jemand Anderes gesagt hatte und als ob er noch eine weitere Bedeutung hätte. Erinnere mich aber nicht, ihn schon mal gehört zu haben, und eine tiefere Bedeutung erschließt sich mir auch nicht so ohne weiteres.„Heute ist Wachswetter“, hätte meine Oma gesagt, wenn sie noch lebte. Sie meinte aber kein Kerzenwachs, sondern das Wachsen der Pflanzenwelt bei sommerlichem Regenwetter. Ich nenne es heute Urwaldklima, warm und feucht. Meine sogar, das Gras wachsen hören zu können.
Und die Schnecken freut’s auch. Sie kommen aus ihren Verstecken im Dickicht und kriechen munter kreuz und quer über die Wege und Straßen. Das hat zur Folge, dass ich beim Gehen meinen Blick permanent vor meine Füße gerichtet halte, weil ich keine zertreten will. Weinbergschnecken trage ich sogar reflexartig auf die andere Straßenseite. Nein, ich bin nicht bei den Pfadfindern. Vielleicht ist es ja genetisch, denn mein Sohn hat mir letztens gestanden, dass er das ebenfalls seit langem tut. Und vor ein paar Jahren habe ich gehört, dass diese Tierchen zwanzig Jahre alt werden können.
Sah Blütenblätter zu Boden segeln und dachte, nun beginnt der Herbst des Frühlings. Sie bildeten runde weiße Teppiche auf der Erde unter den Bäumen. Hatte leider mal wieder nicht meinen Foto dabei.

7 Kommentare:
Schnecken in Meursault
48 Schnecken; lebende oder
-- konservierte
48 Schneckenhaeuschen
2 tb Oel
60 g Schalotten; gewuerfelt
; Bouquet garni aus:
1 Lauchsellerie
1 Knollensellerie
1/2 Zwiebel
2 Nelken
1 Petersilienstengel;
-- kraeftiger
1/2 l Weisswein; Meursault
1/4 l Huehnerbruehe
1 Scheibe Toastbrot; ohne
- Rinde
4 cl Marc de Bourgogne
Schneckenbutter
300 g Butter; weiche
40 g Schalotten; feingehackt
2 Knoblauchzehen; zerdrueckt
Salz
Pfeffer; f.a.d.M.
2 tb Kraeuter; frisch gehackt
-- Petersilie
-- Basilikum
-- wenig Thymian
-- Salbei
-- Rosmarin
-- Anton Mosimann
-- posted by K.-H. Boller
-- modified by Bollerix
Frische Schnecken vorbereiten. Konservenschnecken ablaufen lassen. Oel in
einer grossen Pfanne erhitzen, Schalotten und Knoblauchzehen darin anlau-
fen lassen. 1/2 Teeloeffel Salz, Bouquet garni und die Schnecken dazuge-
ben. Unter Wenden erhitzen, Weisswein und Huehnerbruehe angiessen. bei
schwacher Hitze etwa 3 Stunden ganz leicht kochen, so dass sich die Ober-
flaeche der Fluessigkeit nur ganz leicht kraeuselt.
Toastscheibe im Marc de Bourgogne einweichen, fuenf Minuten vor Ende der
Garzeit in die Bruehe broeckeln. Auskuehlen lassen.
Schnecken aus der Dose nur 20 Minuten und nur mit der Haelfte der Flues-
sigkeit garen.
Jedes Schneckenhaeuschen mit 1/2 Teeloeffel Schalottenmischung fuellen, dann
die Schnecken einfuellen.
Zutaten fuer die Schneckenbutter sorgfaeltig verruehren und abschmecken.
Schneckenhaeuschen damit zustreichen. In Schneckenpfanne setzen und im
vorgeheizten Backofen bei 200 bis 220 GradC garen, bis die Butter koechelt
Die fertig gegarten Schnecken sind nun verzehrbereit. Am einfachsten ist
es, wenn man sich ein spezielles Schneckenbestecks bedient, bestehend aus
einer Zange und einer zweizinkigen Gabel. Mit der Zange in der Linken
haelt man das Gehaeuse, mit der Gabel in der Rechten hollt man das Fleisch
heraus.
Liebe Juansi,
zum obigen Kommentar,
tja, so lesen sich Kommentare von Menschen, die nicht mitfühlen oder -leiden, oder was auch immer. Sorry, bin nur halt gerade so im Thema. Denn als ich deinen Eintrag las, da fühlte ich halt wie du die Schnecken so liebevoll behandelst und dann dieser blöde Kommentar.
Liebe Grüße
Vera
Ach du je, was habe ich denn da für einen lustigen Leser und Kommentator!? (Zur Strafe für solche anonymen Gemeinheiten gibt’s nämlich nur die männliche Anrede.)
Hallo Anonymus mit den fehlenden Umlauten in der Tastatur,
wahrscheinlich hockst Du irgendwo in Frankreich und musst die ganze Zeit solche schrecklichen Sachen essen. Oder Du kopierst bloß schnell irgendwelche blöden Rezepte aus dem Netz, um sie mir in meinen Blog zu knallen. Irgendwie stinkt der Spaß aber auch nach meinem Spezi derder...
48 Schneckenhäuser hätte ich ja schon mal da, im Laufe von vielen Jahren gesammelt. Sie liegen auf Tischen, in Schränken und auf Fensterbänken, waren aber schon leer, als ich sie fand. Manche male ich auch an oder besprühe sie mit Goldbronze. Manche stecke ich auf Stöcke, die kommen dann in die Blumentöpfe. Das sieht sehr schön aus.
Den Rest der veganen Zutaten hätte ich auch da, dürfte es auch ein trockener Weißwein aus der Pfalz sein? Die bevorzugen wir nämlich zurzeit. Ich glaube, dann brauche ich gar keine Schnecken mehr dazu, und ich trage sie weiterhin ins nächste Gebüsch. Aus der Butter mache ich flugs eine Kräuterbutter. Mmh, lecker. Die könnte ich dann in die bemalten Schneckenhäuser füllen, danke für den Tipp. Das sieht bestimmt sehr dekorativ aus. Die Schnecken, lebend oder tot, überlass ich Dir, die darfst Du dann ganz allein essen. Wohl bekomm’s!
Liebe Vera,
ich find den Kommentar lustig. Da hat doch mal jemand mitgedacht.
Soll er doch das Geschleime allein essen. Igitt noch mal pfui!
Liebe Grüße Juansi
Hallo Juansi,Hallo Vera,
der obige Kommentar erinnert mich an meinen Exehemann,gebürtiger Süditaliener.
Als ich mal in seinem Beisein einen Igel in der Natur bemerkte sagte er trocken:
Das ist gut zum essen!Anschliessend erklärte er mir wortreich wie man in seiner Heimat Igel fängt und mit Hilfe
einer Makkaroni Luft in deren Bauch bläst,ausnimmt und in Lehm gart.
Meine Exschwägerin sammelt auch Schnecken auf dem Friedhof und lässt sich das anschliessend schmecken.
Ich habe das immer mit der grossen Armut in diesem Landstrich entschuldigt.
Aber ehrlich:Gewissen Menschen ist
gar Nichts heilig.Wir sollten aber dankbar sein,dass wir nicht zu solchen
Dingen gezwungen sind und die Wahl
haben.
Schöne Grüsse
Tja, das ist ja mal wieder klar, kaum schmeisst einer ne Mark in die Jukebox fangen (fast)alle an zu Tanzen und es heisst:" Das war bestimmt derderderder".
War er aber nicht, denn erstens weiss jeder, der mich kennt, dass es mir fern liegt mich zu anonymisieren, ich zweitens in meine Schneckensoße niemals Nelken tun würde, von 48 Schnecken eh nicht satt werde und sowieso viel lieber Spagetti mit Meeresfrüchten(ist kein Obst)zu mir nehme!
Alles Liebe
Pragetti Vongole
Liebe Tigra,
andere Länder, andere Sitten fällt mir dazu bloß ein. Wir in Deutschland und einigen anderen Ländern sind ja in der Situation, dass sich unsere Tische unter dem Angebot an Nahrungsmitteln nur so biegen, obwohl große Mengen davon schon vernichtet werden, bevor sie überhaupt auf die Tische kommen. Letztens las ich ein Beispiel aus Österreich: in Wien wird täglich soviel Brot vernichtet, wie in Graz gegessen wird. Wir müssen schon teilweise darum kämpfen, nicht zuviel Nahrung zu uns zu nehmen. Jedenfalls ist das bei mir so. Da können wir natürlich wählerisch sein. Meistens bin ich dankbar dafür, manchmal finde ich es einfach nur schrecklich. Da läuft doch zurzeit auch so ein Film darüber „We Feed the World“ oder so ähnlich. Ich merke schon, dazu fällt mir unendlich viel ein, deshalb mache ich mal lieber hier Schluss.
Herzliche Grüße Juansi
Hallo Radieschenschützer,
eigentlich schade, dass nicht Du es warst, der die Mark für die Jokebox hatte, oder? Dieser kleine Scherz hätte doch auch gut von Dir sein können. Aber beim nächsten Mal darfst Du dann die Puppen wieder tanzen lassen, wenn’s denn so einen Spaß macht.
Grüße Juansi
Hallo Lu,
danke, mir gefällt sie auch, entsprang wohl meiner momentan melancholischen Stimmung. War mal auf Gegenbesuch, die Seidenraupe hielt sich aber noch im Kokon versteckt.
Grüße Juansi
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