Dieser frisch geschlüpfte Distelfalter verbrachte eines Morgens die erste Stunde seines Schmetterlinglebens auf meiner Schulter. Er muss mich wohl verwechselt haben. Die erste Zeit pumpte er seine Flügel auf, immer auf und zu und auf und zu, danach saß er nur noch so rum und sammelte sich wohl ein wenig.Er blieb sogar sitzen, als ich den Platz wechselte von der Morgensonne beschienenen Ostseite des Hauses auf die Terrasse im Mandelbaumschatten.
Manchmal steckte er seinen Rüssel durch das Gewebe meiner Kleidung, das kitzelte dann etwas. Ich weiß nicht, was er dort suchte oder fand. Anna meinte das Salz auf meiner Haut. Als er endlich abflog, hatte ich mich schon so an ihn gewöhnt und ihn mit dem Namen Rudi benannt, dass er mir richtig fehlte.
Hier ist Rudi bei seiner ihm vorbestimmten Tätigkeit zu beobachten, ordentlich Lavendelnektar schlürfen und dabei eine möglichst gute Figur machen.
Ein Kaisermantel; solche gibts auch bei uns im Garten, besonders, wenn jetzt der Schmetterlingsflieder wieder anfängt zu blühen.
Ein Segelfalter, für mich der Aristokrat unter den Schmetterlingen.
Menschen waren ja zu verschiedenen Zeiten diesen Tieren gegenüber ganz unterschiedlich eingestellt. Ich las davon, dass sie als verkörperte Seelen Verstorbener angesehen wurden, dass es aber auch Zeiten gab, wo die Leute glaubten, sie wären die Seelen von Hexen, die Schadenszauber an der Milch ausübten, um sie zu verderben. Der Wortteil Schmetter hängt angeblich mit dem mundartlichen Wort Schmand für Sauerrahm zusammen. Bei dem englischen Namen butterfly ist der Zusammenhang ja noch deutlicher. Es gab jedes Frühjahr traditionelle Rituale, mit denen die Schmetterlinge abgewehrt und von den Häusern ferngehalten werden sollten.
Komische Zeiten gab es also auch schon früher.

2 Kommentare:
Hey, solche Falter habe ich mal auf einem Einsatz in Nicaragua gesehen. Aber dann stellte sich raus, dass es sich um feindliche Drohnen handelt und wir haben alle getötet......
Tja, wie das leben so spielt....
alles liebe
Derderseinebierungerngeschüttelttrinkt
Ps: Bist du sicher, dass dies keine Spionagedrohnen sind?????
Hi spy,
ja damals in Nicaragua.
So etwas gibt es heute gar nicht mehr.
Nee, diese Gegend war ziemlich drohnenfrei.
War ja auch auf Fronturlaub, pssst...
Schöne Grüße vom Bierrührer
Kommentar veröffentlichen