3.9.06

Stormy RedDoor

Meine schöne Freundin Ulrike, die selber wie eine Indianerin aussieht, nahm mich zu einem Konzert mit. Ein paar Dörfer weiter, am Fuß der Milseburg, gibt es eine ‚Kunststation’ mit einem großen Veranstaltungsraum, eigentlich ein Café. Dort trat ein nordamerikanischer Indianer, der in Hamburg lebt, mit seiner Band auf. Eigentlich nur noch ein Mann, der wundervoll Gitarre spielte und die Technik bediente.

Ich ging ganz offen, ohne bestimmte Erwartung hin, kurz dachte ich nur, im schlimmsten Falle ist das so ein blöder Ausverkauf indigener Spiritualität. Am Mikroständer hingen ein paar Bussardfedern, ein Medizinrad lehnte an einem Gestell, das war alles, was ich von hinten sehen konnte, eine richtige Bühne gibt es dort nämlich nicht. Okay, der Geist weht, wo er will, und viele meiner Freund/Innen und Bekannten waren auch da. Fulda ist ja so klein, da trifft es sich alle naslang und überall wieder. Schön finde ich das, wie große Familie.

Ringsum an den Wänden hingen und standen Kunstwerke von diesem Indianer zum Verkauf aus, schlichte, einfarbige Abbildungen von Menschen, Tieren, Pflanzen und Rituelles auf Natursteinplatten. Statt einer Kulisse ging der Blick durch riesige Panoramafenster direkt hinaus auf die grünen Hügel. Das Konzert begann um 18 Uhr, viele hatten ihre Kinder mitgebracht.

Und dann kamen die beiden Männer herein, der eine nahm die Gitarre und Stormy RedDoor das Mikrofon, und er begann hineinzusprechen, zu flüstern, zu singen. Manchmal mit hoher Fistelstimme, manchmal tief und voll mit Reibeiseneffekt, kraftvoll, aber immer völlig entspannt, ungekünstelt und uneitel. Der Mann hat meine Seele berührt. Er erzählte aus seinem Leben, von seiner Spiritualität, vom Regen, der Liebe, von modernen Zeiten, Wakan Tanka, Wolken, Sonne und der Wüste. So einfach, so authentisch. Zauber.

www.bluemedicinemusic.de

2 Kommentare:

Sati hat gesagt…

Singt mit der Seele, der Mann. Klänge, die erheblich tiefer gehen, als der Gehörgang reicht. Nicht kitschig oder zu konventionell und Musiker dazu, die den Groove mitbringen und dem Gesang den nötigen Raum lassen. Quasi genial sparsam. Soweit zu den Giveaways. Gefällt mir. Der Mann auch. Labbatú y ElCuervoCommandanteCantante

Juansi hat gesagt…

Mir schwingen die Lieder immer noch in den Knochen, so schön.