Das große Töchterchen besucht und gemeinsam einen Spaziergang gemacht. Sie wohnt mit ihrem Liebsten in einer nagelneuen Ein- und Mehrfamilienhäuserkolonie, wo jeder Quadratzentimeter gepflastert ist und schicke Einzelgehölze und fremdartige Staudengewächse die Vorplätze zieren.
Von drei Seiten ist diese kleine Siedlung aber noch von Pampa umgeben, hauptsächlich hügeliges Weideland, Büsche und ein Bach. Wir also los, und gleich um die Ecke steht ein fuchsrotes Pferd allein auf einer Wiese. Es kommt herbei, wird mit Grasbüscheln gefüttert, und meine Tochter macht mich auf die ungepflegten Hufe aufmerksam. Ich hab von sowas null Ahnung.
Wir dann weiter auf einen einzeln gelegenen Bauernhof zu, wo sie auf ihren Spaziergängen immer die Kälber knuddelt. Irgendwie kommt mir das ja schon bekannt vor. Und wirklich, da stehen eine Menge Kälber in diesen schon mal erwähnten Boxen rum und lassen sich gern kraulen. Irgendwann kommt auch der sehr sympathische Bauer herbei, und wir erfahren, dass das rote Pferd sein Gnadenbrot kriegt, und ob meine Tochter es denn geschenkt haben will.
Die beiden reden über Pferde, Kühe und Kälber, während ich noch ein bisschen weiterkraule und fotografiere.
Dann weiter auf einen Hügel zu, der sich als ausgewiesenes und eingezäuntes Biotopschutzgebiet herausstellt, als wir da sind. So genannter Magerrasen, durch Überwirtschaftung entstandenes Trockengebiet, das aber seltene Pflanzen und Tiere beherbergt.
Am Zaun entlang können wir aber doch auf den Hügel, und oben kommen einige Schafe und Ziegen an die Umzäunung. Rechts im Bild übrigens ein Rhönschaf mit schwarzem Kopf. Natürlich wird wieder mit Grasbüscheln gefüttert und gestreichelt. Ob so was genetisch ist?
Hier gibt es einen weiten Rundblick auf die Hügel der Stadt, die Vororte und Siedlungen ringsum, in einiger Entfernung im Osten die Kuppen der Rhön.
Auf dem Weg zurück sah ich eine Kaninchenkolonie - am Hang eine Ansammlung von Einstiegslöchern in Kaninchenbaue, so wie ich es mir immer beim Lesen des Buches ‚Unten am Fluss’ vorgestellt habe. Einige Kaninchen hoppelten auch extrem gemächlich weg, als wir herbei kamen.
Ein Klecks Landleben, das die Wohngebiete von allen Seiten allmählich zuwachsen.

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