
Nach einem ganzen Tag Flohmarkt mit meiner großen Tochter hinter einem Meter Bücher von mir und drei Metern Klamotten, Handtaschen und Hausrat von ihr und ganz viel Leute gucken und sprechen und einem nicht so überwältigenden Umsatz von knapp 40 Öcken (für mich) waren wir am Abend bei dem Vortrag einer Frau, die sich Streitschlichterin nennt. Eingeladen von unserer Frauenbeauftragten war sie mit ihrem Wohnmobil nach Fulda gekommen, mit dem sie zurzeit einer verrückten, wie sie selber sagt, Vision folgend durch Deutschland tingelt und Vorträge hält, Einzel- und Gruppenarbeit macht, Coachings und Trainings. Sie nennt ihre Arbeit Konflikt- und Prozessarbeit nach Arnold Mindell.
Zum Glück waren aber auch Männer da, ich hatte den meinen auch mitgebracht und die Tochter war auch wieder dabei mit noch einer Freundin dazu.
Das meiste von dem, was die Vortragende sagte, war so neu nicht. Gefallen hat mir aber besonders, dass unbewusste Schattenanteile in dieser Arbeit „Traum“ genannt werden, nämlich Seelenanteile, die ganz viel inneres Potential an Entwicklungswünschen enthalten, das durch Konflikte angeregt zur Entfaltung drängt. Sie meinte auch, dass sie sich zwar Streitschlichterin nennt, uns aber eigentlich „den Konflikt schmackhaft machen“ wolle. Sie nannte die Partner in einem Konflikt „Verbündete im eigenen Prozess“ und meinte, die Menschen bräuchten den Kampf, um sich zu entwickeln, um da hin zu kommen, Ja zu sich zu sagen und die eigene Kraft zu zeigen.
Eins hat mich in ihrem Vortrag ganz stark berührt, und ich habe mir dahin gehend richtig etwas vorgenommen. Nämlich nie wieder zu jemandem in einer meiner Meinung nach aussichtslosen Sache zu sagen: Lass die Finger davon, das hat sowieso keinen Zweck. Aus Respekt vor der Freiheit jedes Menschen, seine eigenen Erfahrungen machen zu dürfen. Ich weiß schon, dass mir das bei meinen Kindern und anderen Menschen, die mir sehr wichtig sind, nicht immer ganz leicht fallen wird.
Den seinen gibt's der Herr im Schlaf...

4 Kommentare:
hört sich ja alles sehr interessant an. wenn du in scheinbar ausweglosen situationen dich zurückhalten willst, was bezweckts du dann damit? auswegslose situationen sind nicht immer gleich konflikt, oder?
Da hab ich wohl zwei Sachen miteinander vermischt. Der Schluss meines Eintrags betraf mein Verhalten anderen Menschen gegenüber.
Der Umgang mit Konflikten betrifft mich selbst. Also mich mitten im Konflikt oder hinterher fragen, welcher unerfüllte Traum von mir wird da sichtbar? Das ist alleine natürlich gar nicht so leicht wegen der ganzen heftigen Emotionen, die da meistens hochkochen. Deshalb hat diese Streitschlichterin ja auch ihre Hilfe in solchen Situationen angeboten.
ja ... kennst du die schattenfrage? also ich hab einen konflikt und das bedeutet, dass ich mit dem thema in irgendeiner weise ein schattenthema habe.. geht das in die richtung?
Schattenfrage kenn ich so nicht als feststehenden Ausdruck, versteh ich aber sofort. Ja, in die Richtung geht das wohl.
Mir gefällt die Vorstellung von einem Traum statt einem Schatten so gut. Da wird soviel Potential spürbar, was da im Verborgenen steckt.
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