12.1.06

Tunesienreise

Dies ist noch nicht die Sahara, sondern die Geröllwüste davor. Unser Reiseführer meinte, in dieser Menschenleere existiere keine Zeit. Der Gedanke gefiel mir.
Was wir danach auf einer beschämenden Nepptour von der Sandwüste zu sehen kriegten, war so hässlich, dass ich kein Foto davon zeigen mag. Platt gefahrene und getrampelte Dünen unter einem Dunst von Kamelpisse, überfüllt von Mietdromedaren, Pferdekutschen, Geländewagen, Buggies und Crossrädern. Douz, das Tor zur Sahara erschien mir allenfalls wie ein ziemlich erbärmlicher und verdreckter Fußabtreter. Mein Wüstentraum bleibt also noch länger ein solcher.

Trotz sehr hoher Arbeitslosigkeit sind die Frauen natürlich den ganzen Tag beschäftigt. Obwohl es die gesetzliche Gleichberechtigung gibt, verhüllen sie im traditionelleren Süden des Landes noch ihre Körper, das Gesicht bleibt frei. Wir sahen aber auch Flughafenmitarbeiterinnen in Uniform, eine Verkehrspolizistin und in unserem Hotel eine Köchin in weißer Berufskleidung. Ungefähr ein Drittel der jugendlichen Schülerinnen zeigen sich ganz ohne Tuch.

Schafe auf der Weide beim Futtern.

Schafe auf dem Markt als Futter. Am 10.1. war das Hammelfest, bei dem jede Familie einen Hammel schlachtet. Sämtlicher Handel ist im Gegensatz zu Westafrika in Männerhand.

Im Winter kann das Wetter ziemlich rau sein.

Einer der wichtigsten Devisenbringer, noch vor dem Tourismus, ist das Olivenöl. Wir fuhren fast 100 km lang nur durch Olivenplantagen. Der Abstand zwischen den einzelnen Bäumen ist viel größer als in Europa üblich, damit ihre Wurzeln sich ausbreiten können. So kommen die Ölbäume mit den extrem geringen Regenfällen aus - 4 Regentage im Dezember, 3 im Januar und den Rest des Jahres noch weniger oder gar keine. Das beste Öl geht nach Europa. Ich habe aber bei uns noch nie tunesisches Olivenöl zu kaufen gesehen. Ich könnte mir allerdings gut vorstellen, die Italiener strecken damit ihre Produkte, und wir finden es dann bei Aldi wieder.

Eine Schneiderei

Morgens um halb Neun im Cafe.

So entstehen die hübschen schmiedeeisernen Gitter und Tore, die überall zu sehen sind.

Ein Berufskollege von mir, schon über die 70.

Ausblick aus einer anderen Töpferei

Diese Töpfe werden an langen Schnüren im Meer ausgelegt wo Tintenfische sind. Dann werden die Tiere irgendwie erschreckt, flüchten sich in die Gefäße und werden schnell mit ihnen zusammen herausgezogen. Klingt ziemlich unwahrscheinlich, aber wir haben so viele dieser Krüge am Meer und im Hafen gesehen, dass wir es doch glaubten. Die Nummern auf den Töpfen sind das Kennzeichen des Besitzers.


Stellvertretend für ungefähr 1001 blaue Türen, die wir gesehen haben.

Das Land und seine Menschen haben uns am Schluss so gut gefallen, dass wir überlegen, noch mal zurückzukehren. Vielleicht mit unserem VW Bus, Sizilien ist nur 140 km entfernt, und von Genua oder Marseille aus dauert die Überfahrt auch nur 24 Stunden.

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