3.2.06

Hundeschwein

Jeden Tag zeigt sich die Welt in einem neuen Gewand. Gestern noch war es kalt und klar, der Himmel knallblau, und der Schnee funkelte in der Sonne wie tausend Diamanten. Hinter jeder Wegbiegung erwartete ich, die Eiskönigin in ihrer kalten Pracht hervortreten zu sehen.

Heute ist es statt -11 Grad nur noch -5 Grad kalt, und sofort kriecht Feuchtigkeit durch alle Öffnungen bis in die Knochen. Der Himmel hat sich mit einem durchgehend grauen Wolkentuch bedeckt. Die schneefreien Stellen wirken düster und feindlich.

Grad wo ich das schreibe, sehe ich aus dem Fenster den schwarzen Nachbarshund auf einer weißen Stelle einen Haufen machen. Das passt zu meiner Stimmung. Heute bin ich den Winter wieder gründlich Leid. Hab auch gar keine Lust da raus zu gehen. -

Weiß andererseits schon, wenn ich mein inneres Hundeschwein überwunden habe und erst mal wieder draußen bin, geht es mir gleich gut, und ich finde Sachen zum Freuen und Staunen. Ich werde mal meinen Foto mitnehmen, vielleicht habe ich dann nachher etwas zum Zeigen.



Drachenberg

Die Falken sind wieder da! Sah drei der eleganten Vögel um den Kirchturm kreisen. Der Dritte war bestimmt ein Junges vom letzten Jahr. Das muss nun erstmal verjagt werden, ehe die Alten ans Vögeln und Nisten gehen. Sie flogen so tief, ich sah ihr fast geometrisch fein gemustertes schwarz-weißes Gefieder.

Pferd und Pony verjagten die Hunde spielerisch von ihrer Weide und ließen sich am Zaun von mir kraulen und fotografieren. Sie haben so dichtes Winterfell bekommen. Ich hätte auch lieber ein Fell, statt jeden Tag überlegen zu müssen, was ich anziehe.


Reifriesen auf Wotans Berg

Auf meinem Weg nach Haus hatte sich sogar der Himmel umgezogen. Statt dem einheitlich grauen Gewand waren nun deutlich blassblaue Tupfen mit helleren Rändern auf zartgrauem Grund zu sehen.

Geisterbaum im Garten

1 Kommentar:

Evelyn hat gesagt…

Liebe Juansi, danke für den wohltuenden Spaziergang. Deine achtsamen Beschreibungen machen mir auch wieder Lust das Draussen mehr zu entdecken und zu beachten.
Lieber Gruss vom Zugvogel aus Chiangmai