Regen, Regen. Ein kleiner weißer Terrier und zwei Akitas, diese seltsamen japanischen Schäferhund-verschnitte. Die Jungs von der freiwilligen Feuerwehr, die Holz aus dem Bach fischen für das Hutzelfeuer am Ende des Monats. Und wieder Waldarbeiter an derselben Stelle wie gestern, diesmal aber andere. Und dann noch die verwirrende Madonnenstatue in der Grotte außerhalb des Dorfes - gibt es so was eigentlich in allen katholischen Gegenden? Soweit die Ausbeute meines heutigen walks und potentieller Anlass für jede Menge Geratter. Es ist wohl Frieden, den ich finden will, Seelenfrieden. Ich bin so voller Widerstände gegen viel zu viel, dass ich den Verdacht habe, vor lauter Widerständigkeit gar nicht zum Eigentlichen zu kommen. Seit ich denken kann ist das so. Jedenfalls kostet Widerstand eine Menge Energie, das merke ich, und Energie ist nicht grade das, was mir in den nächsten Jahren unbegrenzt zuwachsen wird. Schon wegen dieser Energieverschwendung möchte ich mehr Ja sagen lernen oder auch sei’s drum oder von mir aus oder wie es so treffend in meiner nordischen Heimat formuliert wird: wat mutt, dat mutt.
18.2.06
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6 Kommentare:
Hi Juansi,
Meldung aus einer ebenfalls katholischen Gegend. Diese Mariengrotten mitten im Ausserhalb,auffälligerweise immer mit einer Kopie der Lourdes- Madonna, gibts bei uns auch.
Die Maria steht in den Höhlen, aber auf den Gipfeln und an den Feldwegen steht der Herrgott oder zumindest das Kruzifix. Und wo einer zu Tode gekommen ist, auch.
Grüsse,
sam
Liebe Juansi,
mein geliebter Meister würde jetzt vermutlich sagen, daß es darum geht, mit der eigenen Widerständigkeit in Frieden zu sein und nicht gegen sie anzukämpfen, sondern sie einfach volle Kanone zuzulassen, zu begrüßen und zu fühlen. Das genügt völlig! Und es ist auch absolut in Ordnung, widerständig zu sein.
Alle Vorstellungen, die über diese simple Akzeptanz der eigenen Gefühle hinausgehen, wie z.B. "mit allem in Frieden sein" und/oder "immer in sich selbst ruhen" etc. pp.) sind viel zu hehre Ideale, unnerreichbar und entsprechen uns doch gar nicht wirklich. Da ist vermutlich in der Vergangenheit von einigen zuständigen Übermittlern etwas fehlüberliefert und uminterpretiert worden, aus Versehen und absichtlich.
Außerdem finde ich, beinhaltet die Widerständigkeit selbst ungeheuer viel Energie & verändernde Kraft. Aloha & widerständige Grüße, Labbatú
Liebe Juansi,
vor Jahren habe ich für einen Diavortrag solche Grotten gesucht und fotografiert - es gibt sie in erstaunlicher Anzahl!
Die Leute, vorwiegend die Katholiken, lieben sie augenscheinlich.....
doch warum eigentlich? Als Auch-AC-Skorpion bin ich der Frage nachgegangen und zu folgendem Schluß gekommen:
Als die Göttin in unseren Landen nicht mehr gesellschaftsfähig wurde - irgendwann im Mittelalter muß das gewesen sein - hängten ihr die Leute ein neues Mäntelchen, eine neue Identität, einen neuen Namen um. Doch geblieben ist sie immer dieselbe, nämlich die Große Göttin.
Mir scheint, daß die Menschen die Göttin gegen alle Widerstände nicht aufgeben wollten und sie auf diese Weise kontinuierlich weiter ehren konnten.
Meistens bewacht sie die Eingänge zur Unterwelt in ihrem Weißen Aspekt gekrönt mit Sternen - in einer Blumen- und Muschelgeschmückte Grotte am Rande der Ortschaften. Wie eine Zaunreiterin zwischen Dorf und Wildnis.
Oder sie wacht auf Gräbern, stehend auf einer Mondsichel, und tröstet Diejenigen, die noch in ihren Körpern weilen und sich nach den Vorangegangenen Lieben sehnen.
Oft sieht man sie auch in ihrem Roten Aspekt mit einem Kind auf dem Arm - oder (eher selten) in ihrem Schwarzen Aspekt: Als Trauernde Alte Frau mit ihrem toten Heros im Arm.
Vielleicht helfen dir diese Bilder, die Madonnenfiguren aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten???
Liebe Grüße
Verdandi
Ehm, liebe Skorpion ASCin,
Man muss sich das Bild natürlich schon genauer ansehen um das Verwirrende an der Madonna zu erkennen!
(die Hände...)
Eine gewöhnliche Mariengrotte dürfte selbst den evangelischten Evangelinnen kein Rätsel sein, oder seh ich da was falsch?
Liebe Frauens,
bedankt für die vielen Infos. Ihr habt meine Verwirrung schon ganz gut gesehen. Dazu kommt dann noch, dass diese Madonna ein grotten(!)hässliches Gesicht hat. Es gibt eine andere aus dunklem Stein hier in der Straße – die ist mädchenhaft, lieblich, mit dem Kind im Arm - in die bin ich ganz verliebt. Nun nämlich das Geratter wieder: haben nicht auch nicht so perfekt schöne Frauen (und Göttinnen) ein Recht auf Liebe und Verehrung, zumal ich ja selber nie eine Laufsteg Beauty war?
Schöne Grüße Juansi
Hallo Juansi,
bei uns am Strand, hier im Süden Brasiliens, gibt es sie auch, die Madonnenfiguren - auch samt Grotte. Eine solche Grotte mit Plastikblumen bestückt und vergittert steht dort, wo ich wohne, auf der Düne vor dem Strand. Keine Ahnung, wer sich um sie kümmert. Neulich war sie ausgekohlt. Jugendliche hatten sie wohl angezündet. Ein andermal wurden andere Figuren aus dem Candomblé (afrikanisch-katholischer Glaubenskult) dazu gestellt. Jetzt ist sie aber wieder alleine die Madonna und schön geschmückt, mit neuen Blumen versehen und neuem Gitter. Eine andere Madonna habe ich noch weiter südlich in Brasilien (ebenso kurz vor dem Strand) fotografiert. Es war an einem Weg zu Schalensteinen und einem indianischen Kultplatz. Ja, die Schalensteine gibt es nicht nur in den Alpen, sondern auch hier! Werde die Fotos dazu auf meinen blog stellen...
liebe Grüsse Gabriela
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