
Heute das erste rituelle Frühstückspicknick in diesem Jahr gemacht. Zum Einsatz kamen lecker Essen und Trinken, Räucherstäbchen und Rassel – in Härtefällen kommt auch schon mal die große Trommel mit – Anrufungen, Gesänge und Tänze. Ging zum Seidelbastplatz. Der blühte zwar immer noch nicht, aber die Bäume standen jedenfalls noch da. Ich suchte mir eine schöne Buche aus.
Der Waldboden bekam den ersten guten Schluck von jeder Tasse köstlichem Milchkaffee und die letzten Happen von Obst und Broten blieben für die Tiere da. Es hat etwas gedauert, bis ich mal begriffen hatte, dass Opfern nicht bedeutet, irgendwas in der Natur zurückzulassen, was mir sowieso nicht schmeckt. Es darf schon etwas schwer fallen, es nicht selber zu essen.
Währenddessen sah ich ein paar Eichelhähern beim Liebesspiel zu. Oder war es ein Revierkampf, wer kann das schon jedes Mal so genau unterscheiden? Als ich wieder aufstand kam ein sonnengelber Marienkäfer mit weißen Punkten aus dem Laub gekrochen, wo ich gesessen hatte. Der war wohl von meiner Körperwärme hervorgelockt worden. Ich hoffe, es ist ihm gut bekommen, denn es fing an zu tröpfeln, und später regnete es.Auf dem Heimweg sah ich noch dicke Batzen von Froschlaich in einem Graben.


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