3.3.06

Monsieur Eddie

Es sind tatsächlich sechs. Gibt’s nicht so ein Märchen, Sechse kommen durch die Welt? Das will ich unserem neuen Familienzuwachs auf jeden Fall wünschen. Jetzt überlegen wir natürlich fieberhaft, wer ist der Vater? Oder war es doch eine unbefleckte Empfängnis oder gar eine Jungfernzeugung, denn jeder von den in Frage kommenden Hundesittern schwört Stein und Bein, Loba keine Sekunde aus den Augen gelassen zu haben, während wir auf Reisen waren.

Mein persönlicher Lieblingskandidat noch vor dem heiligen Hundegeist wäre Monsieur Eddie. Ich spreche ihn gern auf Französisch an, weil er so pariserisch aussieht, eigentlich fehlen ihm nur eine kleine Baskenmütze schräg auf dem Kopf und die Gauloise mit Maispapier im Maulwinkel dazu.

Er wohnt hinterm Hügel, war während Lobas Hitze in den vergangenen Jahren jedes Mal zugegen und sprang mit seinen kurzen Beinchen wie ein Flummi über den Zaun von immerhin ein Meter zwanzig in unseren Garten. Natürlich umsonst, denn Loba hatten wir während der Zeiten immer im Haus.

Also, kurze Beine bei Hunden mag ich eigentlich nicht so, aber Flummi finde ich schon gut. Und Eddie, dieser kleine Bastard, ist mir einfach von seinem Temperament her sympathisch. Nachdenklich macht mich nämlich, dass er sich auch zurzeit häufig blicken lässt. Die Ahnen der Hunde, die Wölfe, sind ja als sehr soziale Tiere bekannt. Da kümmern sich auch die Väter und anderen Rudelmitglieder um den Nachwuchs. Und Loba hat ihn immer freundlich begrüßt auf unseren Spaziergängen in der letzten Zeit, während sie ihn normalerweise wegbeißt, wenn sie nicht grad läufig ist.

Apropos Spaziergänge, der Vogel des Tages (nichts für ungut, Else):

Seit Mittwoch kann ich endlich wieder guten Gewissens das alte Waldorfkindergartenlied im Wald singen:

Singt ein Vogel, singt ein Vogel,
singt im Märzenwald,
kommt der helle, der helle Frühling,
kommt der Frühling bald.
Komm doch, lieber Frühling,
lieber Frühling komm doch bald herbei!
Jag den Winter, jag den Winter fort
und mach das Leben neu!

In dem Lied kommen auch noch die Sonne, blühende Blumen, springende Bäche und anderes vor, und mir macht es jedes Mal Spaß, mindestens zwanzig weitere, selber ausgedachte Frühlingsboten gesanglich in den Wald zu locken.

3 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Liebe Juansi,
ich gratuliere auch herzlich zu dem Nachwuchs. Vor ewig vielen Jahren hat unsere Cockerhündin, die schon lange nicht mehr lebt, auch Junge bekommen. Das war toll mit den Kleinen zu spielen und zu kuscheln. Ich wollte unbedingt eines behalten, aber meine Eltern blieben hart und haben alle weggegeben. Aber 2 Monate später gab es eine Reklamation und ich hatte meinen Hund. Der Vater der Welpen hatte sich wohl schon sehr weit von den sozialen wölfischen Verhaltensmustern entfernt, denn als er mal wieder kurz hereinschaute, sah er die Welpen, bekam einen Schreck und verschwand wieder. Dabei war doch alles in Ordnung. Wir hatten ihn als Vater auserkoren.
Viel Spaß mit den Kleinen
Liebe Grüße, Andrea

Juansi hat gesagt…

Liebe Andrea,
danke für die Glückwünsche.
Lange nichts mehr gehört. Wie geht es Ole, und was macht der hohe Norden? Manchmal hab ich Heimweh nach Meer.
Wir kuscheln auch schon mit den kleinen Würmern, solange es Loba erlaubt.
Herzliche Grüße
Juansi

Anonym hat gesagt…

Lange nichts gehört, das stimmt. Ich war aber immer da und habe täglich Deinen Blog gelesen. Vor Jahren habe ich mir mal ein Horoskop bei Astrodata bestellt und darin stand, meine wahre Natur, die schwer zu erkennen sei, wäre die einer Beobachterin. Da ist was dran.
In Flensburg hat es Anfang März einen Wintereinbruch gegeben, man glaubt man steht im Harz. Mich freut´s, hatte ich doch noch keine Schneefotos mit meinem Pinguin gemacht. Jetzt hab ich. Sogar ein Weihnachtsfoto, kann man ja immer mal gebrauchen. Die Gelegenheit war günstig.
Ole geht es gut, wieder gut muss ich sagen. Vor eineinhalb Wochen konnte er plötzlich sein linkes Vorderbein nicht mehr belasten. Das ging 2 Tage so und irgendwann musste er ja auch mal raus und das heißt, eine Treppe runter. Für einen Hund, der über 50 kg wiegt, ist das nicht so leicht, treppab zu hüpfen. Ole hat seit Jahren immer mal wieder Probleme mit den Vorderbeinen, Arthrose oder sowas. Bis jetzt war das nie so schlimm, aber diesmal. In Dänemark gibt es einen sehr guten Tierarzt, der sich gut mit Hunden auskennt, da versuche ich hinzukommen (habe kein Auto), damit ich eine genaue Diagnose bekomme. Und dann werde ich mich wohl an eine sehr nette Tierheilpraktikerin wenden, die gerade wieder in Oles und meinem Leben aufgetaucht ist.
Ein paar Jahre möchte ich ihn schon noch bei mir haben. Er ist jetzt 10.
So jetzt habe ich aber ganz schön viel erzählt und werde mal damit aufhören und weiterbeobachten.
Liebe Grüße
Andrea