Gestern war ein schrecklicher Tag. War irgendwie so dünnhäutig. Es fing damit an, dass ich Chaos auf meinem PC veranstaltete. Traf kurz danach meinen Papa in unserer gemeinsamen Waschküche, und wir tauschten uns flüchtig über diese grässliche Putenhofgeschichte aus, die grad durch die Medien geht. Meine Eltern verfolgen nämlich im Gegensatz zu mir die täglichen Nachrichten sehr aufmerksam. Dazu fiel ihm etwas aus seinen eigenen Erlebnissen ein, was er mir dann erzählte.Anfang der fünfziger Jahre arbeitete er als Buchhalter am Lübecker Schlachthof. Sein Chef fuhr regelmäßig persönlich nach Dänemark und kaufte dort Rinder gleich herdenweise ein. Die wurden per Schiff nach Lübeck transportiert und dort im Schlachthof mit Maul- und Klauenseuche infiziert. Die von den Tieren gebildeten Antikörper verkauften sie für teures Geld an Bayer, wo Impfstoffe daraus hergestellt wurden. Das Fleisch der Rinder kam ganz normal in den Verkauf. Ich hab mich so gegruselt, dass ich danach die Waschmaschine verkehrt einstellte.
Im weiteren Verlauf des Tages veranstaltete ich dann noch mehr Chaos auf meinem Computer. Weinte die ersten Abschiedstränen wegen der kleinen Hunde, während ich an einem Aushangzettel bastelte, auf dem wir sie anbieten wollen. Stritt mich noch fast mit einem Freund am Telefon. Erfuhr dann abends, dass mein Vater schon wieder wegen einer anderen Sache ins Krankenhaus muss.
Statt ins Bett zu gehen habe ich um Mitternacht wenigstens halbwegs das Chaos auf meinem PC gelichtet.

3 Kommentare:
Liebe Juansi, danke für das schöne Hilde-Foto! Deinen Abschiedsschmerz vom Mini-Rudel kann ich gut nachvollziehen.
Das Buch von Storl ist ein sehr schönes und der Mann hat einen reichen Fundus an erlebtem Wissen über die Natur (wovon ich keinen Schimmer habe).
Die Sache mit der Maul- und Klauenseuche ist ziemlich widerwärtig - aber ehrlich gesagt, wundert mich nicht mehr, das es so etwas gibt, sondern, das wir immer so tun, als gäbe es sowas nicht. Ich frage mich oft, ob nicht diverse neuartige Krankheiten, Viren, Bakterien, Seuchen etc., aktuell die Vogelpest, nicht von irgendwelchen geldgierigen Geschäftemachern in Umlauf gebracht werden. Man munkelte ja auch seinerzeit mal so etwas über das Aids-Virus. Für Geld tun manche Menschen eben wirklich alles. Und sicher ist die Verlockung an entsprechenden Stellen auch groß. Wiederstehen wir dieser weiterhin.
Für deinen Vater alle guten Wünsche, Labbatú y su cuervo tocando
Hallo Juansi,
während Du die ersten Abschiedstränen weinst stellt sich bei uns ein weiterer
Katzensegen ein.Unsere Luna liegt oben
und bringt den nächsten Wurf zur Welt.
Hallo,
Eure Kommentare fand ich echt tröstlich. Eine Katze mit Namen Luna hatten wir auch mal, und das Leben geht weiter. Alles Gute für Eure Katzenfamilie.
Mein erstes Buch vom Storl las ich vor gut 20 Jahren. Damals hatte er bei armen Einödbauern im Emmental gearbeitet. Ich werde seine Beschreibung nie vergessen, wie die ganze Familie am Weihnachtsmorgen im Stall Lieder sang und die Kühe an diesem Tag die meiste Milch des Jahres gaben, trotz Winterszeit.
Danke, Labbatú für die guten Wünsche. Ich werde mir nochmal ein Spanischwörterbuch besorgen, um die wechselnden Befindlichkeiten deines Raben zu unterscheiden.
Herzliche Grüße
Juansi
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