
Nach mehreren Nächten mit zuwenig Schlaf und demzufolge durchwankten Tagen habe ich gestern Abend entdeckt: die Schwalben sind am Wochenende zurückgekehrt! Die sausen im Sommer immer in großer Zahl kreuz und quer durch unseren Garten, denn sie haben ihre Nester im benachbarten Kuhstall, wo sie durch die Fenster ein- und ausfliegen. Eine Schwalbe macht zwar noch keinen Sommer, aber ich habe drei oder vier gesehen.
Und der Seidelbast ist auch endlich ganz aufgeblüht, zumindest der in unserem Garten, den ich vor Jahren mal aus dem Wald rettete. Seit Wochen schon blitzten seine purpurfarbenen Knospen, die direkt an den Ästen sitzen, jetzt duftet er endlich auch. Er schenkte mir mal ein Lied:
Das Seidelbastjahr
Seidelbast, Seidelbast,
lila Blüten früh am Ast.
Seidelbast, Seidelbast,
Blüten duften süß am Ast.
Seidelbast, Seidelbast,
grüne Blätter kriegt der Ast.
Seidelbast, Seidelbast,
rote Beeren trägt der Ast.
Seidelbast, Seidelbast,
Blätter werden bunt am Ast.
Seidelbast, Seidelbast,
plötzlich ist er kahl, der Ast.
Da capo, no fine
Es ist mir schon klar, dass diese Verse keine dichterische Höchstleistung darstellen, zumal es nur einen einzigen Reim gibt. Aber die Waldgeister sind auch nicht das, was wir unbedingt als intellektuell oder humanistisch gebildet bezeichnen würden.
Zu dem Text gibt es noch eine einfache Kindermelodie, und wenn eine das Lied nur oft genug wiederholt, kann es passieren, dass kleine, wohlduftende Seidelbastelfen auftauchen, ein bisschen vor ihr herumtanzen und ihr Frühlingsgeheimnisse ins Ohr flüstern.

2 Kommentare:
Wie wundervoll Deine Welt ist ...
Wie grosszügig, dass Du mich daran teilhaben lässt!
zugvogel frohlockt und jubiliert ...
Ich mach mir die Welt,
wie sie mir gefällt, tralala.
Die Welt ist das, wofür du sie hältst. (Aus dem Huna Schamanismus)
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