2.4.06

Schnecke auf der Schildkröte

Modenschau, Anna linksWitz eins: Was macht die Schnecke auf der Schildkröte?
(Auflösung am Ende dieses Eintrags)

Am Wochenende mal wieder reichlich familiengeklüngelt. Das ging mit einer Modenschau an Annas Schule für Damenmaßschneiderei los, zu der die eher modeorientierte Fraktion der Familie fuhr, sprich außer ihrem Papa nur Frauen. Anna hatte Mantel, Jacke, Kleid, Rolli und Rock entworfen und genäht, teilweise im Stil der „Swinging Sixties“, welches mein absolutes Lieblingsjahrzehnt ist, sowohl Musik als auch Mode, und ich genoss währenddessen natürlich auch meinen Mutterstolz.


meine Schwester Moni, Papa, Mama und ich (mit Kartoffel)

Abends brachten wir Anna dann zu uns nach Hause mit und feierten am anderen Tag mit der Familie in completo den 83. Geburtstag von meiner Mama. Meine Mutter gestand mir, sie kann sich ihr Alter in Zahlen ausgedrückt gar nicht vorstellen, und ich verstand sie. Innen drin fühle ich mich auch immer noch wie vor fünfundzwanzig Jahren. Es scheint nur der Körper zu sein, der sich verändert.

Wenn die Klüngelei dann vorbei ist, bin ich immer froh über die Ruhe und die Zeit, die ich danach wieder für mich habe, weil Familie ist na klar auch echt anstrengend. Oder genauer gesagt, in meinem Weltbild sind es eigentlich mehr meine Reaktionsmuster auf die Eigenarten meiner Angehörigen, die es für mich so anstrengend werden lassen. Z.B. erwische ich mich immer wieder mal abwechselnd in den verschiedenen Rollen der harmonie-, anerkennungs- oder eifersüchtigen Dolmetscherin, Friedensstifterin, Erwartungserfüllerin, Besserwisserin, um Anpassung bemühten und oft doch abgenervten Tochter, Schwester, Partnerin, Mutter und Schwiegermutter. Bin im Grunde ganz dankbar für dieses Übfeld, das so eine Familie für mein privates Personality Training bietet.

Bei meiner Herkunftsfamilie – Mama, Papa, Schwester - muss ich mich nur immer wieder daran erinnern, dass ich „die Kleine“ bin und mich um gar nichts von dem zu kümmern brauche, was die anderen Drei miteinander am Laufen haben. Das ist aber echt die schwerste Übung von allen.

Witz zwei:
Sagt der Thunfisch zum Walfisch: „Was soll ich tun, Fisch?“
Sagt der Walfisch zum Thunfisch: „Du hast die Wahl, Fisch!“

(Auflösung von Witz eins:) „Huiiiiiii !!!“

Die Witze hatte Anna mitgebracht.

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