Die Chinelos-Havaianas-Schlappen von Ursel sind heute angekommen. Das war wie ein Extraüberraschungsgeschenk mitten im Jahr. Große Freude, vielen Dank nach Brasilien. Das Grün ist wunderschön! Und es läuft sich so weich wie auf Wolken darauf. War ganz kurz mal am zweifeln, ob sie geblümt und gerüscht nicht NOCH schöner gewesen wären, aber ich weiß: so ungeschmückt trage ich sie wenigstens. Denn geblümt und gerüscht wäre ich wohl manchmal gern selber, aber tatsächlich bin ich doch meistens eine recht nüchterne Person. Das Grün erinnert mich an den Wald, wie er mich in dieser schönen Maienzeit mit seinen jungen Blättern und Trieben bezaubert. (Das Foto unten ist etwas blaustichig, in echt sind sie wirklich Maiwaldgrün.)Wollte eigentlich mal etwas über das Alter schreiben. Über alt werden und alt sein. Sage schon seit Langem, wenn das Gespräch drauf kommt, dass ich selber mal paarundachtzig Jahre alt werden will. Mit ungefähr Achtzig fange ich dann das Rauchen wieder an und probier auch noch ein paar andere Drogen aus. Aber mal ernsthaft, wenn ich erlebe, mit was meine Eltern sich so rumplagen müssen in ihren Achtzigern, komme ich ins Grübeln. Und meine Eltern haben ein sehr mäßiges Leben geführt im besten Sinne. Keine Drogen, kein Alkohol, vor fünfzig Jahren mit dem Rauchen aufgehört, mäßiges Essen, viel Bewegung, genügend Schlaf und auch Spaß im Leben.
Las letztens von einem, der war 104 und sagte, Haferflocken, Bananen, Schokolade und das Flirten haben ihn so alt werden lassen. In dieser Beziehung hat ja jede/r Alte/r so ein Spezialrezept: viel Knoblauch, Ginseng (oder sagt das nur die Werbung?) Sex, kein Sex, Alkohol, kein Alkohol usw. Ich glaube, dass liegt an etwas ganz Anderem, wenn eine/r sehr alt wird, nicht zuletzt an den Genen. Und eine Sache fällt mir dazu noch ein. Ein alter Mensch sagte mal auf die Frage, wie es denn sei, alt zu sein: „Streu dir Sand in die Schuhe, verstopfe deine Ohren mit Watte und schmier dir Margarine auf die Brillengläser, dann hast du eine ungefähre Vorstellung davon, wie es ist, alt zu sein.“

3 Kommentare:
Liebe Juansi,
meine Mutter wird dieses Jahr 70, aber wenn du sie sehen würdest, würdest du sie wahrscheinlich auf 55 bis 60 schätzen. Ich denke, dass es da sehr viele Unterschiede gibt. Die Unterschiedlichen "Rezepte" hast du ja schon genannt. Ich glaube, dass gerade was das Alter anbelangt unsere Glaubenssätze, wie wir zum Alter stehen ziemlich entscheidend darüber sind, wie wir alt werden. Wenn ich glaube, dass ein Glas Rotwein pro Tag mich hundert Jahre alt werden lässt, dann wird das aller wahrscheinlichkeit auch so werden. Allerdings bin ich dann von diesem Glas Rotwein abhängig, denn wehe, wenn ich es mal vergesse oder plötzlich eine Rotweinallergie entwickel, dann stimmt ja meine These nicht mehr.
Ich liebe das Leben, trotz allem! Und ich will ganz alt werden, weil ich noch viel erleben will und wenn ich dann einmal keine Lust mehr habe, dann höre ich einfach damit auf und gehe wieder nach Hause. Die letzten Worte kamen einfach so aus mir heraus und deshalb bleiben sie jetzt auch so da stehen. Bin selber etwas überrascht und werde sie mit in meine Träume nehmen.
Meine Chilenos sind übrgens auch gekommen, leider war ich nicht da um das Paket zu empfangen, also muss ich so morgen von der Post holen, bin schon ganz gespannt, denn meine sind ja "geschmückt". Wenn es dich interessiert, dann kann ich dir ja ein Foto mailen, Ursel hat es mir geschickt, ich habe noch keine Digitalkamera.
Liebe Grüße
Ver
Liebe Vera,
meine Eltern sehen beide auch noch sehr gut aus, werden ebenfalls regelmäßig auf zehn bis fünfzehn Jahre jünger geschätzt. Trotzdem nagt der Zahn der Zeit hinter der Fassade.
Der Satz mit dem nach Hause gehen ist wirklich stimmig. So wird es dann wohl auch sein.
Ja, ein Foto von Deinen Chilenos würde ich gern sehen.
Herzliche Grüße Juansi
Fühle mich sehr geehrt und geschmeichelt, hier so öffentlich erwähnt zu werden, hihi..
Fröhliches Wolken-Laufen
Ursel
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