9.6.06

Barock, die Zweite

Kaum ist eine wieder zu Hause, lauert dort der ganz alltägliche Wahnsinn gleich hinter der Haustüre und überfällt sie, noch ehe die Reisetasche ganz ausgepackt ist.
Der Schrank ist da!
Gestern Abend kam er aus München zusammen mit einem netten, aber zunehmend ratlosen Spediteur. Wie ich schon befürchtete, der Schrank ist wirklich Barock, in diesem Falle einfach mordsschwer und mordssperrig. Einsfünfzig breit, zweizehn hoch, ein massives Stück aus irgendeinem massiven Holz, Kirsche oder Nuss, was weiß ich, und aus einem Guss ohne Schrauben oder andere Möglichkeiten, ihn auseinander zu nehmen (da lob ich mir doch die Wohnteile von Ikea).


In die Situation zu entscheiden, ob das Ding in unseren Semiraum passt, werde ich gar nicht erst kommen, weil wir es überhaupt nicht hinein kriegen, der Flur ist einfach zu schmal. Jetzt steht es in der Waschküche, weil die hat einen direkten Zugang von draußen, und meine Eltern finden’s wunderschön. Ich geb ja zu, er hat was mit seinen geschnitzten Rosen und den Schnecken und so. Aber er ist auch ein wunderbares Anschauungsmaterial für die Lektion: Wenn einer keine Probleme hat, dann macht er sich welche.

Na gut, es gibt auch Schönes zu berichten – heute hat Kali die Fäden gezogen bekommen und darf unter Aufsicht schon mal ohne die grässliche Halskrause rumlaufen. Die hat auf einmal so eine gute Laune, das ist direkt ansteckend, und bellt und jagt Bällen hinterher. Das ist der Terrier in ihr, sagt die Tierärztin, ich finde allerdings, die Kali sieht nichts weniger als ein Terrier aus, sie hatte bloß mal Junge mit einem, der aussah wie ein Terrier, aber das ist nicht ansteckend, soweit ich weiß. Und die Loba, die eines von diesen Jungen ist, interessiert sich kaum für Bälle und Stöcke und ähnliches. Ich glaub ja eher, das mit dem wilden Hinterherrennen kommt davon, weil Kalis Sternzeichen Schütze ist. Die würde sich für einen Ball oder Stock überall hineinstürzen.

Und last not least – ich bin fleißig gewesen. Des Rätsels Auflösung, warum hier auf einmal so viele Tassen herumstehen. Da bei uns in allernächster Zeit die Saison der sommerlichen Kunsthandwerkermärkte wieder beginnt, habe ich mal wieder Geschirr bemalt. Einen ganzen 200 Liter-Ofen voll, und das war erst der Anfang und hat auch noch Spaß gemacht.

5 Kommentare:

sebastianne hat gesagt…

guten abend, juansi.

deine tassen, untertassen und teller sind wirklich wunderschön! besonders gefallen mir die lila geschirre ( ist das der plural von geschirr?) mit den grünen spiralen in der mitte: meine liebste farbenkombination und eine meiner liebsten formen sind dort miteinander vereint.
toll!

schütze bin ich im übrigen auch und jage auch gern bällen nach. stöckchen eher weniger ;-)


liebe grüße,
anne

Ursel hat gesagt…

Huhuu Juansi !

Deine Geschirre sind einfach toll !!!
Eins schöner als das andere..
Und Du siehst so richtig gemütlich aus auf dem Foto weiter unten.
Sag mal, bist Du irgendwie mit Familie Hinrichs verwandt ? Da ist so eine frappierende Ähnlichkeit mit Mutter Hinrichs aus Fernwald bei Giessen. Sie kommen bestimmt auch von der Küste, der Name kommt aus Friesland.. Jetzt bring ich aber was durcheinander, denn der Name ist ja von ihrem Mann, hmm..und wie sie vorher hiess, weiss ich nun nicht.. Grübel, lach

Herzliche Grüsse aus dem, endlich verregneten, Cascavel

Ursel

Juansi hat gesagt…

Liebe Anne,

das von Dir favorisierte Muster auf den Geschirren (Plural gibt's glaub ich, sogar im Dativ) heißt Lady in Red, weil es das erste Mal auf einer großen Tasse mit Untertasse auftauchte, die ich - als ich sie aus dem Ofen nahm - nicht anders als damenhaft bezeichnen konnte.

An dem Stöckchen hinterher rennen kann eine doch noch arbeiten, oder? Ich denke da an Baseball, Staffellauf, Speerwurf, okay, ganz dasselbe ist es nicht. Als Kinder spielten wir auf der Straße Kippel-Kappel mit einem langen und einem kurzen Stöckchen, dem eine wirklich hinterher laufen musste.

Wünsche Dir einen schönen Sonntag
Juansi




Haaallo Ursel,

danke für die Blumen, so ein Lob tut gut. Aber mit einer Familie Hinrichs bin ich weder verwandt, noch verschwägert. Aber mein Sohn heißt Hinrich, allerdings mit Vornamen. So gesehen bin ich dann genau wie die Frau aus Fernwald eine Mutter Hinrichs. Das hast Du wirklich gut erkannt.

Kann ich mir vorstellen, dass es nicht leicht ist, aus der großen Entfernung die Namens- und Länderverhältnisse in Deutschland nicht durcheinander zu bringen. Dafür klappt es mit der Intuition ja hervorragend!

Liebe Grüße
Juansi

Ursel hat gesagt…

Na, das ist ja schön mit der Intuition. :))
Auf die sollte ich mich öfter verlassen, denn sie verlässt mich selten ;)
Hinrich ist auch ein schöner Vormname !

Liebe Grüsse
Ursel

sebastianne hat gesagt…

baseball muss ich wirklich endlich mal ausprobieren. staffellauf und speerwurf sind auch nicht schlecht, aber ich bevorzuge dennoch ballspiele, denn denen kann ich noch den größten sinn abgewinnen. spaß auch.

lg, a