
Noch immer hängen Äpfel an den Bäumen, auch wenn die meisten schon heruntergefallen sind. Unser Rosenapfel im Garten ist ein Früher, der ist schon längst fertig, abgefüllt in Gläsern und in unseren Bäuchen, lagern lässt der sich nicht so gut. Der andere, der kleine Krüppelbaum, dessen Früchte spät reifen und diese erst so ab Februar aus den Lagerkisten beginnen zu schmecken, der hat in diesem Jahr dem allgemeinen Trend getrotzt und nur kleine, bitter-saure Äpfel produziert, die schmecken nicht mal als Apfelmus.
Aber draußen auf den Wiesen, an den Feldrändern und Wegen, da liegen sie zu Hauf, die Äpfel, runde, bunte Teppiche um die Stämme herum. Auch wenn ich weiß, dass alles, was nach Samhain noch auf den Feldern liegt, der Winter-Alten gehört, bringe ich mir trotzdem seit Wochen jeden Tag ein paar mit, grade so zum täglichen Gebrauch. Es gibt so viele Sorten, rote, gelbe, grüne, zweifarbige, dreifarbige, gestreifte, gefleckte und mit Backen. Einige haben glänzende, glatte Schalen andere dagegen sind stumpf und rau.
Namentlich kennen tu ich von denen nur den Boskop, den hatte meine Oma früher schon in ihrem Garten in Norddeutschland. Ich schreib hier einfach mal ein paar Sortennamen auf, die ich gefunden habe und die mir gefallen: Jamba, Maigold, Cellini, Ananasrenette, Ingrid Marie, Krumpeter, Blutapfel, Rubinette, Morgenduft, Erdbeerapfel, Krügers Dickstiel, Martini, Hochzeitsapfel, Doppelmelone, Herbstprinz, Taubenapfel, Jungfernapfel, Himbeerapfel, Summerred, Alkmene, Süderhex. –
Ach, ich mach nur ungern Schluss mit der Aufzählung.
Und erst die Aromen! Jede Sorte hat ihren ganz typischen Duft und Geschmack, das Fruchtfleisch und die Haut der Äpfel variieren ebenso zahlreich. Ganz nebenbei habe ich erfahren, dass es einen Pomologenverein e.V. gibt (Pomona, eine römische Obstgöttin, befreundet mit Baumgeistern und Blumenelfen), bei dem eine Apfelsorten bestimmen lassen kann.
Lasst die armseligen Überseeäpfel im Supermarkt liegen, steckt Euch ne Plastiktüte in die Tasche und raus aufs Land, hinein ins Apfelparadies, bevor der erste Frost kommt!

1 Kommentar:
Leichter gesagt, als getan, hmmmm, das duftet bis hier rüber :))
LG Ursel
(die seit 2 Jahren nur argentinische Zuchtäpfel isst)
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