1.11.06

über Bücher

Während dem Urlaub habe ich zwei Bücher gelesen, oder eigentlich nur eins, das andere erst an den letzten zwei Abenden, wo wir schon auf der Heimfahrt waren, angefangen. Das habe ich jetzt aber auch aus.

Der Grund, warum ich hier drüber schreibe, ist, dass ich beide mal wieder so richtig begeistert gelesen habe. Manchmal finde ich nämlich über Monate kein Buch, das mir wirklich gefällt. Ich lese sie dennoch, weil sie zum beiseite Legen eben doch nicht schlecht genug sind. Hinterher landen sie aber trotzdem bei amazon im Verkauf, weil ich weiß, dass ich sie bestimmt nicht noch einmal lesen werde und sie auch niemandem ausleihen will.

Früher habe ich ja jedes Buch behalten, ein Jugendtraum von mir war nämlich, mit selbst gelesenen Büchern eine Bibliothek zusammenzustellen, die möglichst ein ganzes Zimmer füllen sollte. Ich bin froh, dass dieser Traum ausgeträumt ist, denn ich sammle schon genug anderen Kram, von dem es mir echt schwer fällt, mich zu trennen.

Das eine Buch war von Bill Bryson „Eine kurze Geschichte von fast allem“, ein Buch von einem Laien, geschrieben für Laien über alle möglichen Disziplinen der Naturwissenschaften, dessen Lektüre mir mein Halbwissen über viele Zusammenhänge ein wenig aufpoliert hat. Geschrieben in seiner unnachahmlich warmherzigen, humorvollen und menschenfreundlichen Art, die ich auch in anderen Büchern von ihm schon so mochte. Voller Geschichten und Anekdoten über die Wissenschaftler und ihre Entdeckungen, teilweise so aufregend, dass sich der arme Liebste mehr als einmal ganze Seiten lang anhören musste. Ich preise seine Geduld!

Das andere Buch hat mir mindestens genauso gut gefallen, es ist aber eher etwas für’s Herz. „A Long Way Down“ von Nick Hornby, das ich mir vor der Reise auf Empfehlung von Anna kaufte. Die Geschichte beginnt ungefähr da, wo die Story von „About a Boy“ endet. Vier Typen, zwei Frauen und zwei Männer wie sie unterschiedlicher nicht sein können – der eine könnte wieder sehr gut von Hugh Grant gespielt werden oder der andere auch von John Cusack - treffen sich in der Sylvesternacht auf dem Dach eines Hochhauses, weil jeder von ihnen seinem Leben durch einen Sprung hinunter ein Ende machen möchte. Der lange Weg hinunter, nämlich über die Treppe, bedeutet für alle, sich mit ihrem Leben, ihren Wünschen und miteinander auf eine ungewohnte Weise auseinanderzusetzen. Ich mag Geschichten, die mich mit ihrer Unvorhersehbarkeit überraschen.

Heute habe ich „Gemeinsam Lieben“ von Moritz Börner angefangen, ein Buch über „The Work“ von Byron Katie. Gleich zu Anfang behauptet der Autor, dass er sich heute, nach längerer Beschäftigung mit der Arbeit, über nichts mehr ärgern kann und dass Selbstliebe erlernt werden kann. Mal schauen, ob ich ihm das am Ende des Buches noch glauben werde.

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